Das Streitobjekt.
Der Entwurf eines neuen Logos für die Hochschule sorgt für Diskussionen.
von Stephan Hermsen
Es gibt Dinge, die ganz einfach erscheinen, aber extrem schwierig sind. Zum Beispiel einer neuen Hochschule ein ansprechendes Logo zu verpassen. An der Universität Duisburg-Essen wusste man dafür zum Glück mit Kommunikationsdesigner Professor Thomas Rempen einen Experten in den eigenen Reihen.
Schließlich hat der renommierte Künstler für Kunden wie Bosch und Bulthaup, Mercedes und Microsoft sowie Ritter Sport gearbeitet. Er gestaltete auch die sogenannte “Dachmarke” fürs Weltkulturerbe Zollverein. Im Januar wollte die Pressestelle jenes neue “Corporate Design” vorstellen, das Briefbögen, Internet-Auftritt und Uni-Zeitung zieren sollte. Der Termin ist verschoben. Der Ankauf der Logo-Rechte wird von Hochschul-Sprecherin Monika Rögge vorsichtig als “theoretisch möglich” eingestuft - das Rektorat hat das letzte Wort.
Das breite U - eine Brücke oder ein Lächeln
Dabei war die Hochschulleitung angetan vom Rempens Arbeit: Aus den drei Buchstaben, D für Duisburg, U für Universität und E für Essen - das war Vorgabe des Rektorates - schuf Rempen sein “due”. Was im Italienischen “zwei” heißt. Aber D und E werden durch das weitgeschwungene U, ein wenig an die TUI-Werbung gemahnend, verbunden. Eine geschwungene Brücke, ein Lächeln zwischen den lange verkrachten Standorten. So ähnlich erläuterte es Rempen bei einer uni-internen Präsentation. Darunter soll “universität duisburg-essen” stehen: “Ich bin gegen eine Hierarchie der Buchstaben”, so der Designer.
Gab es bei dieser Präsentation neben Bedenken auch Lob für den Entwurf, so überwog bei der Senatssitzung die Kritik. Marcel Winter, für die Studierenden im Senat, hat eine Unterschriftenaktion eingeleitet. “Dieses Logo wird in Zukunft dein Abschlusszeugnis zieren!” schrieb er. Viele Studierende haben dies wohl als bedrohlich empfunden. Nach seinen Angaben hat er in kurzer Zeit 300 Unterschriften gesammelt. “Wir sind eine Hochschule. Das Logo muss Firmen und Wissenschaftler ansprechen”, so Winter.
Dabei wollte Rempen gerade die Jüngeren, auch die künftigen Studierenden, gewinnen: flott, jung, optimistisch sollte sein “due” rüberkommen. Die Auseinandersetzung um seine Arbeit verfolgt er “ganz entspannt”. Er sehe mit Interesse den Entwürfen entgegen, die die Studierenden bis Ende Januar einreichen sollen. - aus allen Fachbereichen. “Vielleicht gibt es ja einen Geologen, der eine überragende Idee hat.”
In Internet-Foren jedenfalls werden schon zahlreiche Logo-Entwürfe munter diskutiert. Rempens “due” regt augenscheinlich die Kreativität an: Ein Entwurf macht das U zum Boot in wogender See, aus dem E wird ein Rettungsring und das D zum Paddel, mit dem es das rettende Ufer zu erreichen gilt. Auch schön.
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NRZ Online