Federal offices unite under a common logo
swissinfo, September 24, 2004 6:59 PM
The federal government is trying to create a new image for itself.
At present Swiss government offices all have their own logos and graphic styles. But that is set to change from next year when the various departments will adopt one style.

Switzerland's federal offices should become more recognisable with one graphic style
The plan is to return to the symbol of the Swiss cross, but controversy rages over the need for the change and how much it will cost.
The federal administration has 80 or so different offices and departments. In recent years, each has developed its own image and graphic style in relating to the general public.
But now the government has called a halt to this proliferation of logos, symbols and whimsical headings on departmental notepaper.
From January 1 2005, the federal administration will have its own sober, standardised image – known in marketing-speak as “corporate identity”.
All official documents will have the same heading: a shield with the Swiss cross at its centre. On one side will be the wording “Swiss Confederation” in Switzerland’s four national languages, on the other the name of the office issuing the document.

The new stationary.
Diversity
Until now, every office has adopted its own style. The cross on the Swiss flag, for example, appears in dozens of variants: the Federal Statistics Office integrates it into a graph; the Federal Health Office shelters it under a kind of umbrella, while the Swiss parliament has incorporated it into the dome of the federal parliament building.
But some departments are not so patriotic. The Federal Roads Authority uses a symbol more reminiscent of a motorway sign; the Federal Culture Office reduces it all to a truncated “C” on a black background; and the finance ministry has adopted a map of Switzerland made up of dots.
The plan also sets out to revise certain names and abbreviations. In a country with four national languages, the former logo designers certainly had their work cut out.
One invention was the rather odd acronym “seco” (State Secretariat for Economic Affairs, to be written strictly in lower case).
Definitely in contradiction with the new political correctness is “swissmint”, not a brand of sweet, but the Official Mint of the Swiss Confederation. “swisstopo”- too suggestive of the Italian word for a mouse [topo] - will also have to go; it will probably return to being simply the Federal Topography Office.
Lettering
The font chosen by the experts for the new coordinated image is Arial. The intention was to select a typeface that was both sober and inexpensive. Arial is included in all computer software packages, and it is not protected by copyright.
But there was bound to be opposition. The “Neue Zürcher Zeitung” newspaper has pointedly accused the administrators of penny-pinching.
Arial is a pirated copy of another far nobler typeface. Its creator was a Swiss citizen, Max Miedinger (1910-1980), one of the very best designers in his field.
What’s more, the name of Miedinger’s typeface exactly fits the bill: Helvetica. But using the original would result in an additional cost of at least SFr350,000 ($277,000).
Counting the cost
Every facelift comes at a cost. For the sake of transparency, the government has published figures for implementing the project.
Analysis and planning have cost SFr280,000. But the government made savings in this area by appointing a Bern-based training institute, which got its own students to do the work.
The changes themselves (from new IT applications to printing the headed notepaper) will cost SFr25 million over the next two years.
Despite the cost, there have been no serious objections. The expense would seem to be justified and, in any case, the changes are expected to save money: it is estimated that the standardised graphics will result in annual savings of around SFr7 million.
The new image has to satisfy some high-sounding criteria: “quality, harmony, incorruptibility”. In addition, it is supposed to arouse a sense of “confidence and pride”. In January, we shall know if these goals have been achieved.
Daniele Papacella
Source:
SwissInfo
In German:
Einheitliches Markenzeichen für den Bund
swissinfo, 24. September 2004 20:47
Ämter und Departemente wollen heute ihr eigenes, gut erkennbares Markenzeichen. Doch mit einem Projekt dämmt der Bund die Flut der Erscheinungsbilder ein.
Die Rückkehr zum Ursprung staatlicher Symbolik ist angesagt. Doch es fehlt nicht an Kritik und Debatten zur Notwendigkeit und den Kostenfolgen.

Schweizer Staatsdesign: Die Vielfalt soll der Einheitlichkeit weichen. (swissinfo)
Die Bundesverwaltung umfasst über 80 Ämter und Departemente. Davon hat in den letzten Jahren praktisch jedes sein eigenes Markenzeichen und seinen Auftritt fürs Publikum entwickelt. Daraus entstand ein kreativer Logo-Wildwuchs, in einer Markenvielfalt, die sämtlichen Vorurteilen, die gegenüber der Bürokratie gehegt werden, widerspricht.
Wieviel die Logo-Flut gekostet hat, kann niemand genau beziffern. Aber es dürften Millionen sein.
Doch nun hat der Bundesrat ein definitives “Njet” zur gewachsenen Auftritts-Vielfalt ausgesprochen. Ende August hat er ein Projekt abgesegnet, dass dem visuellen Reichtum im Staatsdesign eine Absage erteilt.
Einheitliche nationale Dachmarke ab Januar 2005
Ab Januar 2005 wird Bundesbern eine vereinheitlichte Dachmarke in Sachen Erscheinung vorweisen. Im Sinn eines Markenbilds, oder neudeutsch eines Brandings, das in der gängigen Marketingsprache als “Corporate Identity” bezeichnet wird.
Ein 100-seitiges Manual zählt alles auf, was man wissen muss, damit keine Fehler unterlaufen. Alles Briefpapier weist denselben Briefkopf auf: weisses Kreuz auf rotem Wappen-Grund. Daneben steht “Schweizerische Eidgenossenschaft” auf vier Sprachen und darüber das Amt oder das Büro, welches das Dokument verfasst.

Der neue Briefkopf der Bundesverwaltung. (swissinfo)
Historisch gewachsener Variations-Salat
Bisher sah das alles ganz unterschiedlich aus. Das Schweizer Kreuz gibt es in allen erdenklichen Variationen. Das Bundesamt für Statistik versteckt es beinahe zwischen den Grafiken, die Meteorologen rücken es zu einer Wolke, die die Wettervorhersage symbolisiert, das Bundesamt für Gesundheit steckt es unter eine Art Schirm, die Parlamentsdienste lassen es in die Kuppel des Bundeshauses einfliessen, das Bundesamt für Wasser und Geologie färbt sein Kreuz blau, weil das dem symbolischen Zweck näher kommt.
Im weiteren gibt es Ämter, die es völlig ohne Schweizer Kreuz mögen: Das Bundesamt für Strassen nutzt ein Symbol, das an die Verkehrs-Signalisation der Nationalstrassen erinnert.
Das Bundesamt für Kultur reduziert alles auf ein etwas geschnittenes weisses “C” auf schwarzen Hintergrund. Und das Eidgenössische Finanzdepartement reduziert die Schweiz und ihr Kreuz auf rot-weisse Pünktchen. Und so weiter und so fort.
Bremse auch für sprachliche Fantasien
Das vorliegende Vereinheitlichungs-Projekt im bundesrätlichen Auftrag möchte ausser dem Visuellen auch einige sprachliche Bezeichnungen und Namen korrigieren. In einem mehrsprachigen Land haben die Logo- und Namens-Erfinder damit ihre liebe Mühe.
So gibt es die seltsame, kleingeschriebene Bezeichung “seco” für das Staatssekretariat für Wirtschaft. Politisch wenig korrekt erscheint auch die Bezeichnung für die offizielle Münzstätte der Schweizerischen Eidgenossenschaft: “swissmint” - was keine Bezeichnung für Bonbons sein soll.
Auch “swisstopo”, was für Italienisch Sprechende soviel wie “Swiss Maus” bedeutet, dürfte den Vereinheitlichern zum Opfer fallen. Das Amt wird wahrscheinlich wie weiland wieder Bundesamt für Landestopografie genannt werden.
Immer darum bemüht, der steuerzahlenden Bevölkerung die Aufgabe der betreffenden Bundesinstanz schon in der Namensgebung klar zu machen, nimmt sich das Projekt auch fast schon mystisch anmutende Bezeichungen wie “metas”, “imes” oder “fedpol.ch” vor.
Kleinlich oder nur sparsam: Arial oder Helvetica?
Die Schriftart, welche die Grafiker dem unifizierten Bundes-Auftritt zugrunde legen wollen, soll Arial sein. Man entschied sich für sie wegen ihrer nüchternen Schlichtheit. Ausserdem kennen alle Computer diesen “Font”. Und es ist kein Urheberrecht zu entrichten.
Doch ohne Opposition geht es auch in diesem Fall nicht. So kritisiert die scharfsinnige “Neue Zürcher Zeitung” die Kleinlichkeit der Bundesadministration. “Arial” sei schliesslich die gestohlene Kopie einer anderen, viel edleren typografischen Schrift.
Deren Erfinder heisst Max Miedinger und ist zudem ein Schweizer. Er lebte von 1910 bis 1980 und gilt in seiner Branche als einer der besten. Und als ob das nicht genügt, schiebt das Zürcher Blatt noch den Namen von Miedingers Schrift nach: “Helvetica”. Nur würde der Gebrauch des Originals die Schweizerische Bundesverwaltung mindestens 350'000 Franken kosten.
Sparwillen beim Staatsdesign: 25 Millionen
Das Lifting kostet trotzdem einiges. Aus Gründen der Transparenz und weil er muss, hat der Bundesrat veröffentlicht, wie viel ihn die ganze Übung kostet: Analyse und Projekt kamen auf insgesamt 280'000 Franken.
Hier wurde gespart, indem man den Auftrag an die Berner Fachhochschule für Künste vergab, die ihre Schüler arbeiten liess.
Doch die Realisierung des Ganzen, von den informatischen Applikationen bis zum Briefkopf, wird in den kommenden zwei Jahren 25 Millionen Franken kosten. Viel Geld – doch soll niemand wirklich reklamiert haben.
Diese Ausgabe erscheint angebracht, und einmal durchgeführt, dürfte auch Sparpotenzial auszumachen sein: Die grafische Vereinheitlichung soll Spareffekte in der Höhe von sieben Millionen jährlich erbringen.
Das neue Bundes-Erscheinungsbild soll folgenden Kriterien genügen: Qualität, Ausgewogenheit und Unbestechlichkeit. Ausserdem soll die Eidgenossenschaft auch für Werte wie Vertrauen und Stolz stehen.
Ab kommenden Januar wird sich zeigen, ob diese Ziele auch erreicht werden.
Daniele Papacella
(Übertragung aus dem Italienischen: Alexander Künzle)
Source:
Swiss Info