
Die Quadratur des Theaters
Design: Peter Schmidt schenkte Ernst-Deutsch-Theater ein neues Logo und gestaltete den optischen Auftritt der Privatbühne völlig neu. Von Klaus Witzeling
Hamburg - Quadratisch, taubenblau und handlich: Das Spielzeitheft des Ernst-Deutsch-Theaters (EDT) trägt die neue Hausfarbe, ebenso die Flyer, das Leporello und die Eintrittskarten. Der Hamburger Stardesigner Peter Schmidt hat den Publikationen des Theaters eine klare, elegante Optik im Zeichen des Vierecks verpasst. Im Logo versucht er mit zwei Sicheln die Quadratur des Kreises. Sie erinnern an Mondphasen, an ein Auge, die ägyptische Mondbarke oder das antike Theaterrund.
“Gegen den Verlust von Poesie in unserer Zeit wollte ich ein poetisches Zeichen für die Komödie und die Tragödie setzen”, sagt Schmidt, international bekannt geworden mit Verpackungen und Corporate Design für Luxus- und Lifestyle-Marken. Seitdem er im Frühjahr 2003 das Bühnenbild für “Das Urteil von Nürnberg” entworfen hat, fühlt sich Schmidt dem EDT familiär verbunden. Ansonsten in der Staatsoper zu Hause, deren Foyer-Neugestaltung er zurzeit dirigiert, hat er nun seine Liebe für das Sprechtheater entdeckt. In der kommenden Saison wird er auch zwei Stücke ausstatten: Noël Cowards Komödie “Hochzeitsreise” und “Die Weiße Rose” von Lillian Garett-Groag.
Die Bühnenbild-Arbeit wollte Schmidt mit Plakatentwürfen verbinden. “Eine Gestaltung war nicht möglich, die Muster waren festgelegt.” Da schlug er Isabella Vértes-Schütter und Volker Lechtenbrink eine kostenlose Neukonzeption vor. “Wir haben sie gemeinsam bei mir entwickelt.” Jede Produktion hat nun eine “Leitfarbe” im Spielzeitheft, die sich im Plakat wiederfindet. Rot prangt es zum Saison-Auftakt mit dem Porträt von Volker Lechtenbrink. Der neue Intendant spielt zu seinem Sechzigsten den “Hamburger Floh im Ohr” und freut sich mit Vértes-Schütter über Schmidts (Geburtstags-)Geschenk. “Wir hätten uns das überhaupt nicht leisten können.”
Schmidt machte noch Vorschläge für dekorative Elemente im Foyer und die dringlich notwendige Umgestaltung des Vorplatzes. Ehe die Stadtentwicklungsbehörde sein mit Sicherheit ausgefallenes Modell nicht abgesegnet hat, bleibt es jedoch unter Verschluss. Vor dessen Umsetzung müssen Intendant und Geschäftsführerin noch die nötigen Sponsorengelder auftreiben. Zumindest kostete sie der Relaunch der Internet-Seite www.ernst-deutsch-theater nichts. Die Mediendesign-Agentur “AKODO” in Altona hat sie gestaltet und dem EDT geschenkt. Wie im Spielzeitheft wird ausführlich über Autoren und Stücke informiert. Mit neuem Logo und Navigationsleiste in Taubenblau.
Robert Salzmer, 05. Aug. 04