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Neues Hessen-Logo soll Tradition und Moderne gleichermaßen visualisieren

Wiesbaden - Mit einem neuen Erscheinungsbild will die Landesregierung zukünftig in der Außendarstellung klar erkennbares Profil zeigen. Fünf markante rote Streifen, die ein Quadrat bilden und darauf das hessische Landeswappen, gekrönt mit dem Schriftzug „Hessen“, so will sich das Land zukünftig in der Flut der optischen Reize eindeutig markieren“, erklärte der Sprecher der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Dirk Metz.

Bereits im Jahre 2000 hätte eine Analyse der Auftritte vergleichbarer Länder gezeigt, dass Hessen keine einheitliche Kommunikationslinie nach außen habe, sich vielmehr verschiedene Gestaltungslinien über die Jahre entwickelt hätten, die keinen Wiedererkennungswert hätten.

Deshalb wurde als Konsequenz der Analyse ein Wettbewerb durchgeführt, bei dem schließlich acht Agenturen zur Präsentation vor einer, u.a. mit Fachleuten der Hochschule für Gestaltung Offenbach und der Fachhochschule Wiesbaden besetzten Auswahljury aufgefordert wurden. Die Jury habe eine Empfehlung für eine im Jahr 2003 beauftragte Agentur ausgesprochen. Die jetzt vom Kabinett gebilligte Version, der von der Agentur vorgeschlagenen Gestaltungslinie soll nun sowohl bei Drucksachen - vom Briefbogen bis zur Broschüre - als auch in den elektronischen Auftritten sukzessive umgesetzt werden. Ziel sei es, durch eine klare Gestaltungsrichtlinie ständig anfallende Entwicklungskosten bei einzelnen Produkten einzusparen und die Produktionsabläufe zu beschleunigen und gleichzeitig eine stärkere Wiedererkennung des Landes Hessen gegenüber anderen Bundesländern oder vergleichbaren Großorganisationen zu erreichen: „Schon mittelfristig werden sich dadurch erfreuliche Einsparungen ergeben.“

Für den gesamten Prozess (Wettbewerb, Analysen, Gestaltungsentwicklung) sind in den Jahren 2000 bis 2003 rund 135.000 Euro aufgewendet worden. Knapp 20.000 Euro an vertraglichen Leistungen sind noch 2004 abzugelten. Selbstverständlich werde, wie der Regierungssprecher betonte, “die überfällige Vereinheitlichung des Erscheinungsbildes nicht auf einen Schlag eingeführt, sondern stufenweise, je nach dem Aufbrauchen alter Drucksachen bzw. beim anstehenden Neuaufbau von Internetauftritten.”

Das gestern vom Regierungssprecher reichlich verschämt öffentlich vorgestellte neue Logo des Landes hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Walter am Donnerstag in Wiesbaden als „langweilig, nichts sagend und unbrauchbar“ kritisiert. „Mit diesem Logo verbindet sich nichts. Es steht weder für die Weltoffenheit Hessens noch für Aufbruch, Modernität oder Wirtschaftskraft. Der magere Schriftzug „Hessen“ steht allenfalls für die mageren Zeiten, die unter Roland Koch für das Land angebrochen sind. Man fragt sich schon, ob das Logo vielleicht für die Spießigkeit des amtierenden Ministerpräsidenten stehen soll“, sagte Walter.

Für die SPD ist das Logo unbrauchbar
Für die SPD sei völlig unverständlich, dass die Landesregierung für dieses unbrauchbare Logo 155.000 Euro verpulvert habe. „Am Etat der Landesregierung für Öffentlichkeitsarbeit scheint der Rotstift spurlos vorüber gegangen zu sein. Dafür durfte sich der Rotstift einer bislang unbekannten Agentur in fetten Balken im neuen Logo austoben.“

Walter rief die Landesregierung dazu auf, jetzt nicht noch weitere Mittel durch die flächendeckende Einführung des neuen Logos zu verplempern. „Das Land hat nichts von diesem Logo. Nach drei Jahren Wettbewerb, Analysen und Gestaltungsentwicklung sollte man es entweder ganz sein lassen oder von vorne anfangen“, so Walter. Mit einer Kleinen Anfrage gehe die SPD-Fraktion den offenen Fragen zur Entstehung des Logos und zu den damit verbundenen Kosten nach.

Source: FuldaInfo

Robert Salzmer, 11. Mar. 04



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